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Freiheit
für
Seine Verurteilung 1982 war eine Farce. Der Staatsanwalt siebte systematisch schwarze Geschworene heraus, präsentierte manipulierte sowie frei erfundene Beweise und unterdrückte entlastendes Material. Ein offen rassistisch agierender Richter sorgte dafür, dass sämtliche Verstöße gegen die verfassungsmäßigen Rechte des Angeklagten durchkamen. Seit diesem Verfahren kämpft Mumia um ein neues Verfahren und seine Freiheit. 1995 und 1999 konnten bereits angesetzte Hinrichtungen dank massiver weltweiter Proteste verhindert werden. Im April diesen Jahres verweigerte das Höchste Gericht der USA mit nur zwei Worten das geforderte neue Verfahren: Antrag abgelehnt. Im Falle einer Bestätigung der Todesstrafe, ist es sehr wahrscheinlich, daß noch am selben Tag ein Hinrichtungsbefehl von Pennsylvanias Gouverneur Ed Rendell unterschrieben wird. Die Frist bis zu einer möglichen Hinrichtung könnte dieses Mal sehr kurz angesetzt werden, damit diese nicht, wie in der Vergangenheit, durch Proteste verhindert wird. Nachdem der US-Supreme-Court seine Sitzungen überraschend bereits am 29. September wieder aufgenommen hat, besteht die Gefahr, dass schon bald ein Urteil verkündet wird. Bundesweit gibt es in verschiedenen Städten den Plan 3+12, was besagt, dass am 3. Tag nach einem Hinrichtungsbeschluss um 12 Uhr bundesweit Proteste vor US-amerikanischen Einrichtungen stattfinden sollen.
Stoppen
wir die Hinrichtung! Kein Staat hat das Recht, Gefangene zu ermorden - weg mit der Todesstrafe überall! Für weitere Informationen:
Der spanische Bürgerkrieg
Die Niederlage der spanischen Republik 1939 war eine Niederlage für die spanische und internationale Arbeiterbewegung und ist bis heute Thema ungezählter Bücher. Die Aufsätze in dem vorliegenden Buch sind erstmalig in der Arbeiterstimme in den Ausgaben September 1986 bis Oktober 1987 veröffentlicht und später in einer Broschüre zusammengefasst worden. Uns war es wichtig diese längst vergriffene Broschüre mit einigen Ergänzungen neu aufzulegen. Denn es handelt sich um eine der seltenen Darstellungen der Ereignisse in Spanien aus der Sicht der KPO (Kommunistische Partei Opposition), bzw. der sich in diese Tradition stellenden Gruppe. Die Position dieses Teils der Arbeiterbewegung wird in der bis heute andauernden Diskussion kaum zur Kenntnis genommen. Im Anhang werden einige Diskussionsbeiträge aus unserer Zeit dokumentiert. Die Kämpfe in Barcelona im Mai 1937, und die Kontroverse um den "Fall Maurin" werden unter Verwendung erst jetzt zugänglicher Materialien dargestellt. Wir sehen dieses Buch auch als einen Beitrag zur Diskussion über eine der Ursachen, die zur weltweiten Niederlage der Arbeiterbewegung und der Ansätze zum Sozialismus geführt haben. 240 Seiten, Paperback, 12,- Euro ISBN 3-00-010296-5 Herausgegeben
von der Gruppe Arbeiterstimme
Zum 100. Geburtstag unseres Genossen Isi Abusch Am 12. Mai
2006 wäre unser 1991 verstorbener Freund und Genosse Isaak
Abusch 100 Jahre alt geworden. Wenn wir seiner heute gedenken, so
auch deshalb, weil die Gruppe und viele der heute noch aktiven Mitglieder
mit ihm besonders verbunden waren, und er bis ins hohe Alter seinen
Teil zur Stärkung unseres kleinen Kreises beitrug. Auch nach
der "Wende" hielt er weiter am Marxismus fest und an unserer
Aufgabe der Kaderbildung, auch unter nun schwierigsten Verhältnissen. Seine Person
verkörpert sowohl die Tradition der KPO (Kommunistische Partei
Deutschlands-Opposition), die Tradition der alten Arbeiterbewegung
in der Weimarer Kampfzeit, als auch die Zeit des Neubeginns nach
Nazi-Diktatur und II. Weltkrieg in der "Gruppe Arbeiterpolitik",
später dann in der "Gruppe Arbeiterstimme". Für
uns Jüngere war er das Scharnier zwischen der kommunistischen
Bewegung von einst mit ihren Höhen und Tiefen und unserem mühseligen
Versuch des Aufbaus marxistischer Kader in Westdeutschland, trotz
des schwindenden Klassenbewußtseins der Massen. Isi konnte
aus seiner Vergangenheit Kostbares vermitteln: Da stand an der Spitze
das selbständige Denken, seine grundsätzlich kritische
Einstellung gegenüber allen politischen Aussagen. Die machte
auch vor Autoritäten nicht halt. Sachkundigkeit, Sachlichkeit
und ständiges Bemühen um marxistische Weiterbildung waren
für ihn, der persönlich sehr zurückhaltend war, die
Voraussetzung dafür. Isi, der in der kommunistischen
Bewegung nie Führungspositionen eingenommen hatte, wusste,
ohne dazu gedrängt zu werden, selbständig zu handeln,
Aufgaben zu übernehmen, die man wahrlich "die
Mühen der Ebenen"
nennen kann. So hatte er in der KPO und in der Gewerkschaft die
undankbare Aufgabe bei den Mitgliedern die Beiträge zu kassieren
übernommen. Er musste jahrelang jeden Tag um vier Uhr früh
aufstehen, um zusammen mit seinem Bruder vor der Arbeit an 38 Abonnenten
die "Arbeiterpolitik"
auszuliefern. Abends kam die Kleinarbeit im Parteibüro seiner
Heimatstadt Leipzig, das unter der Leitung von Paul Böttcher
und Arthur Lieberasch stand. Als die Nazis die Gewerkschaftshäuser
stürmten, war Isi bereit, mit anderen das Gewerkschaftshaus
zu verteidigen. Isi war Mitglied in der "Jüdischen
Arbeitsgemeinschaft",
die antizionistisch und antireligiös war. Er war schon als
Lehrling in der Gewerkschaft tätig. 63 Jahre wirkte er als
Kommunist, auch im Exil. Nach der Machtergreifung der Nazis und
später als französischer Kriegsgefangener der Nazis war
er als Jude besonders gefährdet. Daß Isi die vielen
Bedrohungen und Enttäuschungen (auch in der eigene Bewegung)
durchstand und bis zuletzt kommunistisch organisiert blieb, dazu
haben seine theoretischen und psychologischen Kenntnisse sehr beigetragen.
Sich als Arbeiter so zu qualifizieren war damals nicht einfach.
Er beschäftigte sich mit Broschüren der marxistischen
Klassiker, in der Psychologie vor allem mit Alfred Adler. Doch sah
er die Psychologie nur als Hilfsmittel der Politik. In seinen jüngeren
Jahren mußte er zu seinem Erschrecken feststellen, wie in
der Politik der damaligen KPD-Führung taktisches Vorgehen vernachlässigt
wurde. Demgemäß waren
Broschüren von Heinrich Brandler nur noch der Auslöser,
von der KPD mit ihrer verheerenden Sozialfaschismustheorie und RGO-Politik
(Gewerkschaftsspaltung) zur KPO überzutreten, die aber nur
einige Tausend Mitglieder umfasste. Leider war die KPO zu schwach,
das politische Verhängnis mittels der von ihr vertretenen Einheitsfrontpolitik
aufzuhalten. Es war bitter, Recht zu behalten und den kampflosen
Zusammenbruch der SPD (reformistisches Zurückweichen) und der
KPD (ultralinke Spaltung der Arbeiterbewegung) vor den Faschisten
erleben zu müssen. Isi musste mit anderen Genossen
1933 nach Paris ins Exil flüchten. Dort befanden sich schon
etwa 20 KPO-Genossen und -Genossinnen, der größte Teil
der KPO-Führung. In den fünf Jahren des Exils entwickelte
sich eine enge Freundschaft zu Claire und August Thalheimer, auch
zu "Heinz"
Brandler und anderen. In vielen Diskussionen konnte Isi seine theoretischen
und politischen Kenntnisse erweitern. Nach dem Krieg lebte er
in Frankfurt, nachdem er Friedl in London geheiratet hatte. Beide
waren politisch auf einer Linie und schlossen sich der "Gruppe
Arbeiterpolitik"
als KPO-Nachfolgeorganisation an. Wie viele andere Altgenossen wurden
sie Ende der sechziger Jahre wegen politischer Differenzen aus der
Arpo ausgeschlossen. Beide wurden 1971 zu Gründungsmitgliedern
der Gruppe Arbeiterstimme und machten kontinuierlich Kleinarbeit
für die gleichnamige Zeitung und für die Redaktion. Wir
erlebten auf vielen Jahreskonferenzen die Diskussionsbereitschaft
Isis. Die Zuverlässigkeit Friedls und Isis war sprichwörtlich.
Nach dem Tod von Friedl lebte Isi sehr zurückgezogen und äußerst
sparsam. Das ermöglichte es ihm, andere Menschen, in der Gruppe
und außerhalb, zu unterstützen. Solidarität war
für beide immer ein großes Anliegen. Nach der Losung
„ohne Munition kann man nicht schießen“ unterstützte
Isi die Gruppenarbeit finanziell beträchtlich. Davon zehren
wir heute noch. "Der
Geist des Widerspruchs hat mich lebendig gehalten."
Dieses Motto von Isi Abusch sollten auch wir uns zu Herzen nehmen.
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Aus der aktuellen Ausgabe - Arbeiterstimme 168 - Sommer 2010:Die
Finanzkrise 2.
Akt eines kapitalistischen Dramas
Am
15. September 2008 erreichte die Finanzkrise mit der Pleite der
Investment-Bank Lehman Brothers ihren ersten offensichtlichen Höhepunkt.
Die führenden kapitalistischen Saaten entfalteten in dieser
Krisensituation eine hektische Betriebsamkeit. Sie engagierten sich
mit milliardenschweren Rettungsprogrammen für ihren Bankensektor
und versuchten die Krise durch Konjunkturprogramme abzumildern.
Dafür nahmen sie auch einen markanten Anstieg der Staatsverschuldung
in Kauf, obwohl die Politiker selbst, ihre Ratgeber aus der bürgerlichen
Ökonomie und ein großer Teil der veröffentlichten
Meinung, dies kurz vorher noch als völlig unakzeptabel hingestellt
hatten.
Ein
Element des gesellschaftlichen Fortschritts oder eine Bremse bei
der Herausbildung von Klassenbewußtsein?
Eigentlich findet unsere Diskussion über die Partei Die Linke zu einem ungünstigen Zeitpunkt statt. Wir stehen kurz vor dem Parteitag, erfahren erst morgen das Ergebnis der Landtagswahl in Nordrhein-Westfahlen, dem auch bundesweite Bedeutung zukommt (Bundesrat). Zum anderen hat die Programmdiskussion erst begonnen, die eineinhalb Jahre dauern soll. Eine Mitgliederurwahl hat gerade 84,5% für eine Doppelspitze gebracht. Da sich nur 48% der Mitglieder beteiligt haben, offenbart das ein Desinteresse. Die neuen Parteivorsitzenden Gesine Lötsch und Klaus Ernst müssen erst noch gewählt werden. Es ist also einiges im Fluss.
Der
demokratische Sozialismus eine Worthülse? Es
ist meine Pflicht, schrieb Marx im Mai 1875 an Bracke, ein
nach meiner Überzeugung durchaus verwerfliches und die Partei
demoralisierendes Programm (gemeint ist das Gothaer Programm der
SPD, G.A.) auch nicht durch diplomatisches Stillschweigen anzuerkennen.
Jeder Schritt wirklicher Bewegung, fuhr er fort, ist
wichtiger als ein Dutzend Programme. (Marx/Engels, Ausgewählte
Briefe)
Alternative BR-Listen die richtige Taktik?
Die
Betriebsratswahlen 2010 sind Ende Mai abgeschlossen worden. Insgesamt
verliefen sie für die DGB-Gewerkschaften erfolgreich. So
meldet die IG Metall als größte Einzelgewerkschaft,
dass nach Auswertung von einem Drittel der Ergebnisse (1,2 Millionen
Beschäftigte in 3.765 Betrieben), der Trend klar nach oben
zeigt. Die Wahlbeteiligung ist gegenüber dem Jahr 2006 von
rund 72 Prozent auf 73,8 Prozent gestiegen und auch die Zahl der
gewählten Metaller hat sich um 7,5 Prozent auf 80,7 Prozent
der Mandate erhöht. Weiter wird gemeldet, gegnerische Listen
hätten verloren, die CGM kommt auf gerade 0,4 Prozent Betriebsratsmitglieder.
Stillleben
mit Container
Nicht
nur, dass China letztes Jahr erstmals mehr als die BRD exportiert
hat der Rückgang der globalisierten Handelsströme
ermöglicht derzeit freie Sicht über riesige Stellflächen,
auf denen früher haushoch Container gestapelt wurden. Die
gesamte Logistikbranche leidet derzeit unter dem drastischen Verfall
der Frachtraten für Container bei gleichzeitig wachsenden
Kapazitäten.
USA
gegen Venezuela und andere ALBA-Staaten
In
den letzten Jahren haben die linken und fortschrittlichen Organisationen
Lateinamerikas an Stärke gewonnen und Transformationsprozesse
angestoßen. Außerdem brachte diese Entwicklung Führungspersönlichkeiten
hervor, die gegenwärtig wichtige Positionen in den Regierungen
ihrer Länder einnehmen. Dies war ein harter Schlag für
den Imperialismus, weil sich die Menschen gegen die Vorherrschaft
erhoben, die ihnen aufgezwungen worden war. Sie haben die Furcht
überwunden, ihre Werte und Prinzipien offen auszudrücken,
indem sie dem Imperium (die USA, d. Red.) demonstriert haben,
dass Lateinamerika keine weiteren Einmischungen in innere Angelegenheiten
mehr zulassen wird. Zudem sind die Massen und Organisationen dazu
bereit, unsere Souveränität zu verteidigen. (aus:
Abschlusserklärung des internationalen Treffens von über
50 Linksparteien aus aller Welt im November 2009 in Caracas)
Die
Erschaffung einer rechten Dominanz in Chile
Das britische Volk entscheidet sich aber wofür? Mehrere Kommentatoren haben es so formuliert, dass, obwohl das britische Volk bei der Parlamentswahl am 6. Mai gesprochen hat, es unklar ist, was es gesagt hat. Der Grund dafür ist, dass keine Partei eine Mehrheit an Sitzen hat, keine von ihnen wird als geeignet angesehen, zu regieren. Als Konsequenz daraus wurde nach einem fünftägigen Pferdehandel eine Koalitionsregierung von Tories und Liberaldemokraten gebildet. Außer während des II. Weltkriegs hat es seit den 30er Jahren keine Koalitionsregierung mehr gegeben. Was sollen wir damit anfangen?
Studentenproteste
im Herbst 2009
Im Herbst und Winter 2009 fanden die seit Jahrzehnten größten Studierendenproteste in Deutschland, in Österreich und der Schweiz statt. Sie richteten sich gegen die Studiengebühren, gegen die Bolognareform und die Hochschulgesetzgebung. Aber sie waren Ausdruck gegen einen Trend, der alle gesellschaftlichen Bereich betrifft: Die Ökonomisierung sämtlicher Lebensbereiche.
Bolivien
nach der Wahl:
Am 6.Dezember steht der Anden-Sozialismus des Evo Morales auf dem Prüfstand, und alle Umfragen sprechen ihm bei der Präsidentenwahl einen großen Sieg zu. So war es in der Süddeutschen Zeitung vom 24.11.2009 zu lesen. Es stand zwar kein wie auch immer Sozialismus zur Wahl, aber mit der Prognose lag der Journalist Sebastian Schoepp durchaus richtig. Als
der amtierende Präsident dann mit 64% sein Ergebnis von vor
fünf Jahren damals waren es 53,7% noch einmal
deutlich verbesserte, sorgte das schon für Überraschung.
Evo Morales konnte seinen Stimmenanteil in etwa verdoppeln. 2005
gab es 3,5 Millionen Wahlberechtigte, 2009 waren es bereits 5,1
Millionen.
Die
Erschaffung einer rechten Dominanz in Chile
Man kann es immer noch nicht glauben, auch wenn seit vielen Jahren fast alle Signale in diese Richtung wiesen, im Stillen hoffte man auf Ereignisse die das verhindern. Doch es gab sie nicht und so gewann am 17. Januar 2010 der Kandidat der Rechten die chilenischen Präsidentschaftswahlen. Genau 40 Jahre nach dem historischen Wahlerfolg Salvador Allendes übernimmt Sebastián Piñera das höchste Amt im Staate. Ein Mann der mit besten Verbindungen in die engeren Zirkel der Diktatur zum Multimillionär geworden ist. Ein Mann, der sich gerne mit dem kolumbianischen Präsidenten Álvaro Uribe trifft und dessen politisches Konzept in Chile einführen will.
Deutungen
und Spurensuche zwischen Honduras und hierzulande
Warum
lohnt sich ein Blick auf die Homepage der Friedrich-Naumann-Stiftung
für die Freiheit(FNS) um etwas über die aktuelle Entwicklung
in Lateinamerika zu erfahren?
90. Jahrestag des Kapp-Lüttwitz-Putsches
Vom
13. bis 17. März 1920 versuchte eine konterrevolutionäre
Militärclique, die Errungenschaften der deutschen Novemberrevolution
rückgängig zu machen und eine Militärdiktatur
zu errichten. Der unmittelbare Anlass war die Umsetzung von
Entmilitarisierung in der Folge des Friedensvertrags von Versailles.
Die Anführer des Putsches waren Wolfgang Kapp (1858-1922,
proklamierter Putschkanzler), ein hoher kaisertreuer Verwaltungsbeamter
und zuletzt Generallandschaftsdirektor in Königsberg und
der ehemalige General Walther von Lüttwitz (1859-1942),
unterstützt von Erich Ludendorff (1865-1937), ebenfalls
General des I. Weltkrieges, Erster Generalquartiermeister
und Stellvertreter Paul von Hindenburgs. Ludendorff betätigte
sich schon frühzeitig in der völkischen Bewegung,
nahm 1923 am Hitlerputsch teil, war Reichstagsabgeordneter der
Deutschvölkischen Freiheitspartei und Mitbegründer
des Tannenbergbunds.
Dass
die Regierungsübernahme von SPD und Grünen
1998 nur mit schmerzlichen sozialpolitischen Einschnitten enden
konnte, musste jeder kritische Zeitgenosse mit einigen historischen
Kenntnissen befürchten. Leitete die Bildung der Großen
Koalition Ende 1966 aus CDU/CSU und SPD über in eine Modernisierung
der bundesdeutschen Gesellschaft durch eine liberalisierte Gesetzgebung,
Ausbau und Öffnung des Bildungswesens, sollte das keynesianisch
inspirierte Instrumentarium der Globalsteuerung
hinfort der Krisenanfälligkeit des Konjunkturverlaufs entgegensteuern
und eine Notstandsgesetzgebung für den Fall des Falles
das Grundgesetz von 1949 jetzt für den Ausnahmezustand
tauglich machen. Um darin souverän zu bleiben, benötigte
die herrschende Eigentumsordnung des Privatbesitzes an Produktionsmitteln
einen legitimierenden Handlungsrahmen.
Der Durchbruch der BNP
Unter der Führung von Nick Griffin ist in den letzten Jahren der Einfluß der BNP (British National Party) gewachsen. Mit den Kreistagswahlen und der Europawahl vom 4. Juni hatte die BNP ihren Durchbruch. Sie gewann einen Sitz im Kreistag von Lancashire und Sitze im Europaparlament in Nordwestengland und in Yorkshire. Die BNP hat jetzt auch ungefähr 60 Gemeinderatssitze. Ende 2007 hatte sie 10.000 Mitglieder. Vor kurzem wurde eine Mitgliederliste der BNP veröffentlicht illegal beschafft die 11.600 Mitglieder aufwies, einschließlich eines Angehörigen des House of Lords, also des britischen Oberhauses. Dieser Aufstieg der BNP verlangt nach einer Erklärung.
Hilflos gegen die Krise
Die Regierungen haben erwartungsgemäß die Banken- und Finanzmarktkrise nicht im Griff. Schlimmer noch: Zur Quantität des in toxischen Papieren angelegten fiktiven Kapitals im globalen Geldmarkt gibt es immer noch (Stand Mai 2009) keine verlässlichen Angaben. Wir kennen den Wert der Finanzanlagen in den Bilanzen der Banken nicht. sagte das frühere Vorstandsmitglied der Bank of England, Professor Charles Goodhart, in einem Interview mit Die Zeit vom 5. Mai 2009. Dabei dürfte dieser Insider und jetzige Pensionär sich doch jetzt äußern.
Ruhe vor dem Sturm? Welche Reaktionen sind aus den Betrieben zu erwarten?
Die
Meldungen in den Medien könnten zur Zeit nicht unterschiedlicher
sein. Haben die einen den Sturz in den Abgrund vor Augen, sehen
die anderen bereits das Licht am Ende des Tunnels.
Zur Bundestagswahl
Fast
gleichzeitig mit der Bundestagswahl am 27. September erscheint
die Herbst-Nummer der Arbeiterstimme. Wir können also
die politischen Geschehnisse bis dahin nicht mehr behandeln.
Da bleibt uns nur eine kurze Betrachtung aus heutiger Sicht,
vier Monate vorher. Dabei kann sich durch die Zuspitzung der
Weltwirtschafts- und Finanzkrise noch manches ändern.
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Rückblick
auf den Hitler-Stalin-Pakt:
Im vergangenen August jährte sich zum 70. Mal der Abschluss des Nichtangriffspaktes zwischen dem Deutschen Reich und der UdSSR. Am 24. August 1939 unterzeichneten der Nazi-Außenminister Ribbentrop und der Sowjetkommunist Außenminister Molotow das Vertragswerk mit zehnjähriger Laufzeit. Es enthielt noch geheime Zusatzabkommen und andere Absprachen, auch über eine Aufteilung Polens. Eine Woche später begann mit dem Überfall Nazi-Deutschlands auf Polen der II. Weltkrieg. Für die deutschen Faschisten wie für die sowjetischen Kommunisten, die sich bisher wie Feuer und Wasser gegenüber standen, war es ein machtpolitischer Schachzug, der beiden Seiten für eine begrenzte Zeit Entlastung versprach und der die ganze Welt überraschte. Dabei war von vornherein klar, dass ein Vertragsbruch durch Nazi-Deutschland nur eine Frage des günstigsten Zeitpunkts sein würde. |
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