Der
spanische Bürgerkrieg
Die
Niederlage der spanischen Republik 1939 war eine Niederlage
für die spanische und internationale Arbeiterbewegung und
ist bis heute Thema ungezählter Bücher.
Die
Aufsätze in dem vorliegenden Buch sind erstmalig in der
Arbeiterstimme in den Ausgaben September 1986 bis Oktober
1987 veröffentlicht und später in einer Broschüre
zusammengefasst worden.
Uns
war es wichtig diese längst vergriffene Broschüre
mit einigen Ergänzungen neu aufzulegen.
Denn
es handelt sich um eine der seltenen Darstellungen der Ereignisse
in Spanien aus der Sicht der KPO (Kommunistische Partei
Opposition), bzw. der sich in diese Tradition stellenden Gruppe.
Die Position dieses Teils der Arbeiterbewegung wird in der
bis heute andauernden Diskussion kaum zur Kenntnis genommen.
Im Anhang werden einige Diskussionsbeiträge aus unserer
Zeit dokumentiert. Die Kämpfe in Barcelona im Mai 1937,
und die Kontroverse um den "Fall Maurin" werden
unter Verwendung erst jetzt zugänglicher Materialien
dargestellt.
Wir
sehen dieses Buch auch als einen Beitrag zur Diskussion über
eine der Ursachen, die zur weltweiten Niederlage der Arbeiterbewegung
und der Ansätze zum Sozialismus geführt haben.
240
Seiten, Paperback, 12,- Euro
ISBN
3-00-010296-5
Herausgegeben von der Gruppe Arbeiterstimme
Zum 100. Geburtstag unseres
Genossen Isi Abusch
Am 12. Mai 2006 wäre unser 1991 verstorbener Freund und Genosse Isaak Abusch 100 Jahre alt geworden. Wenn wir seiner heute gedenken, so auch deshalb, weil die Gruppe und viele der heute noch aktiven Mitglieder mit ihm besonders verbunden waren, und er bis ins hohe Alter seinen Teil zur Stärkung unseres kleinen Kreises beitrug. Auch nach der "Wende" hielt er weiter am Marxismus fest und an unserer Aufgabe der Kaderbildung, auch unter nun schwierigsten Verhältnissen.
Seine Person verkörpert sowohl die Tradition der KPO (Kommunistische Partei Deutschlands-Opposition), die Tradition der alten Arbeiterbewegung in der Weimarer Kampfzeit, als auch die Zeit des Neubeginns nach Nazi-Diktatur und II. Weltkrieg in der "Gruppe Arbeiterpolitik", später dann in der "Gruppe Arbeiterstimme". Für uns Jüngere war er das Scharnier zwischen der kommunistischen Bewegung von einst mit ihren Höhen und Tiefen und unserem mühseligen Versuch des Aufbaus marxistischer Kader in Westdeutschland, trotz des schwindenden Klassenbewußtseins der Massen.
Isi konnte aus seiner Vergangenheit Kostbares vermitteln: Da stand an der Spitze das selbständige Denken, seine grundsätzlich kritische Einstellung gegenüber allen politischen Aussagen. Die machte auch vor Autoritäten nicht halt. Sachkundigkeit, Sachlichkeit und ständiges Bemühen um marxistische Weiterbildung waren für ihn, der persönlich sehr zurückhaltend war, die Voraussetzung dafür.
Isi, der in der kommunistischen Bewegung nie Führungspositionen eingenommen hatte, wusste, ohne dazu gedrängt zu werden, selbständig zu handeln, Aufgaben zu übernehmen, die man wahrlich "die Mühen der Ebenen" nennen kann. So hatte er in der KPO und in der Gewerkschaft die undankbare Aufgabe bei den Mitgliedern die Beiträge zu kassieren übernommen. Er musste jahrelang jeden Tag um vier Uhr früh aufstehen, um zusammen mit seinem Bruder vor der Arbeit an 38 Abonnenten die "Arbeiterpolitik" auszuliefern. Abends kam die Kleinarbeit im Parteibüro seiner Heimatstadt Leipzig, das unter der Leitung von Paul Böttcher und Arthur Lieberasch stand. Als die Nazis die Gewerkschaftshäuser stürmten, war Isi bereit, mit anderen das Gewerkschaftshaus zu verteidigen. Isi war Mitglied in der "Jüdischen Arbeitsgemeinschaft", die antizionistisch und antireligiös war. Er war schon als Lehrling in der Gewerkschaft tätig. 63 Jahre wirkte er als Kommunist, auch im Exil. Nach der Machtergreifung der Nazis und später als französischer Kriegsgefangener der Nazis war er als Jude besonders gefährdet.
Daß Isi die vielen Bedrohungen und Enttäuschungen (auch in der eigene Bewegung) durchstand und bis zuletzt kommunistisch organisiert blieb, dazu haben seine theoretischen und psychologischen Kenntnisse sehr beigetragen. Sich als Arbeiter so zu qualifizieren war damals nicht einfach. Er beschäftigte sich mit Broschüren der marxistischen Klassiker, in der Psychologie vor allem mit Alfred Adler. Doch sah er die Psychologie nur als Hilfsmittel der Politik. In seinen jüngeren Jahren mußte er zu seinem Erschrecken feststellen, wie in der Politik der damaligen KPD-Führung taktisches Vorgehen vernachlässigt wurde.
Demgemäß waren Broschüren von Heinrich Brandler nur noch der Auslöser, von der KPD mit ihrer verheerenden Sozialfaschismustheorie und RGO-Politik (Gewerkschaftsspaltung) zur KPO überzutreten, die aber nur einige Tausend Mitglieder umfasste. Leider war die KPO zu schwach, das politische Verhängnis mittels der von ihr vertretenen Einheitsfrontpolitik aufzuhalten. Es war bitter, Recht zu behalten und den kampflosen Zusammenbruch der SPD (reformistisches Zurückweichen) und der KPD (ultralinke Spaltung der Arbeiterbewegung) vor den Faschisten erleben zu müssen.
Isi musste mit anderen Genossen 1933 nach Paris ins Exil flüchten. Dort befanden sich schon etwa 20 KPO-Genossen und -Genossinnen, der größte Teil der KPO-Führung. In den fünf Jahren des Exils entwickelte sich eine enge Freundschaft zu Claire und August Thalheimer, auch zu "Heinz" Brandler und anderen. In vielen Diskussionen konnte Isi seine theoretischen und politischen Kenntnisse erweitern.
Nach dem Krieg lebte er in Frankfurt, nachdem er Friedl in London geheiratet hatte. Beide waren politisch auf einer Linie und schlossen sich der "Gruppe Arbeiterpolitik" als KPO-Nachfolgeorganisation an. Wie viele andere Altgenossen wurden sie Ende der sechziger Jahre wegen politischer Differenzen aus der Arpo ausgeschlossen. Beide wurden 1971 zu Gründungsmitgliedern der Gruppe Arbeiterstimme und machten kontinuierlich Kleinarbeit für die gleichnamige Zeitung und für die Redaktion. Wir erlebten auf vielen Jahreskonferenzen die Diskussionsbereitschaft Isis. Die Zuverlässigkeit Friedls und Isis war sprichwörtlich. Nach dem Tod von Friedl lebte Isi sehr zurückgezogen und äußerst sparsam. Das ermöglichte es ihm, andere Menschen, in der Gruppe und außerhalb, zu unterstützen. Solidarität war für beide immer ein großes Anliegen. Nach der Losung „ohne Munition kann man nicht schießen“ unterstützte Isi die Gruppenarbeit finanziell beträchtlich. Davon zehren wir heute noch.
"Der Geist des Widerspruchs hat mich lebendig gehalten." Dieses Motto von Isi Abusch sollten auch wir uns zu Herzen nehmen.

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Aus
der aktuellen Ausgabe - Arbeiterstimme 160 - Sommer
2008:
Die
Taktik gelber Gewerkschaften:
Spalten,
unterlaufen, zerstören

Es
gibt sie schon lange die gelben Gewerkschaften. Verstärkt
wahrgenommen werden sie aber erst wieder in jüngster Zeit. Das
vor allem, im Zusammenhang mit der Berichterstattung über Korruptionsskandale
bei Siemens oder der PIN AG. Mit gelben Gewerkschaften werden Organisationen
bezeichnet, hinter denen die Unternehmer stecken. Das heißt, sie
werden meist verdeckt von ihnen gegründet und auch finanziert.
Der Sinn dieser Übung ist: Arbeiter und Angestellte sollen in den
Kapitalisten genehmen Organisationen organisiert werden und damit von
den selbständigen Gewerkschaften und deren Forderungen ferngehalten
werden. Da hinter den gelben Gewerkschaften die Kapitalisten selbst
stehen, sind sie von ihnen natürlich auch leicht kontrollier- und
steuerbar.
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Versammlungsgesetz
auf bayerisch
Am 1. September
2006 trat die so genannte Föderalismusreform bundesweit
in Kraft. Neben der Zentralisierung des Gewaltenapparates erlaubt sie
es unter anderem, auf Länderebene ein eigenes Versammlungsgesetz
zu erlassen. Die CSU-Staatsregierung in Bayern legte im Februar 2008 einen
eigenen Entwurf zu einem bayerischen Vesammlungsgesetz vor. Dieser hat
es in sich! Er sieht eine weitere massive Einschränkung des demokratischen
Rechts auf Versammlungsfreiheit vor und beschneidet damit die Meinungsfreiheit
erheblich.
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Nach der Kommunalwahl: NPD flächendeckend
in den sächsischen Kreistagen vertreten
Am
8. Juni des Jahres fanden in Sachsen die Kommunalwahlen statt. Den Medien
waren sie eine kurze Meldung wert. Zum einen wegen der weiter gesunkenen
und geringen Wahlbeteiligung von weit unter 50 Prozent, zum anderen
wegen dem erfolgreichen Abschneiden der NPD.
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Das Anwachsen des Faschismus - Wiederholt sich Weimar?
Die Herrschen-den
im Verbund mit den Regierenden und Meinungsmachern im Lande verstehen
es außerordentlich gut, jede zweite Woche eine andere Sau durchs
Dorf zu treiben. Eine aufgeregte Diskussion beherrscht dann die Szenerie,
die mehr verdeckt als zur Aufklärung beiträgt. Das gilt besonders
für neofaschistische Ausschreitungen und Auftritte der NPD. Ist das
Thema schließlich ausgelutscht, fällt es wieder
in Vergessenheit. Nichts wird dann mehr für den geforderten Aufstand
der Anständigen organisiert und auch die hehre Absicht der
institutionalisierten Demokraten, sich inhaltlich mit
der NPD auseinander zu setzen, ist zu den Akten gelegt. Bis zum
nächsten Coup der Faschisten. Die Wiederholung der Farce ist garantiert.
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Bildungspolitische
Konzepte von Arbeitgeberverbänden:
Neue
Einsichten oder alte Hüte?
Verabschieden
sich Teile des organisierten Kapitals von der bildungspolitischen Einheitsfront?
Dass mit der Bildung, wie immer man diesen Begriff definieren mag, vieles
im Argen liegt, ist nicht nur seit den diversen OECD-Studien (PISA etc.)
unbestritten. Von einer ausgewachsenen Bildungskrise ist vielfach die
Rede (dazu auch der Artikel Bildung (noch) für alle?,
Arbeiterstimme, Ausg. Sommer 2004). Bildung ist wieder öffentliches
Thema und wird in Wahlkämpfen thematisiert (z.B. Landtagswahl Schleswig
Holstein). Die Bildungsgewerkschaft GEW sieht für eine zukunftsorientierte
Bildungsdebatte Land in Sicht und propagiert Eine Schule für
alle. Die rechtskonservativen Parteien, durch PISA in Erklärungsnöten,
warnen vor dem Einstieg in eine neue Bildungsstrukturdebatte, die längst
begonnen hat und nicht mehr aufzuhalten ist. SPD-Bildungspolitiker plädieren
vorsichtig für eine Verlängerung der gemeinsamen Schulzeit,
machen dabei aber keinen besonders glücklichen Eindruck. CDU/CSU
bleiben trotzig bei ihrem selektiven Schulmodell und plädieren für
Studiengebühren, hängen die Themen aber eher tief. Die PDS kann
auf die in der DDR geschaffenen Grundlagen eines erfolgreichen Schulmodells
verweisen, dessen rigorose Zerschlagung durch die Siegermacht 1990 zu
einem nicht enden wollenden bildungspolitischen Desaster führte und
weiterhin führt. (Bsp. Sachsen: Schulschließungen, Zwangsteilzeit
für päd. Personal)
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Islamisten,
Nationalisten, Neoliberale
Die
Türkei nach den Wahlen
Die
Türkei hat gewählt das Parlament und dieses wiederum
den Staatspräsidenten. Die Ergebnisse sind bekannt, die konservativ/neoliberale
AKP (Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung) siegte haushoch und
stellt nun auch das Staatsoberhaupt. Sie ist mittlerweile nicht nur auf
dem Land, sondern bis auf wenige Ausnahmen auch in allen
Metropolen der Türkei die stärkste politische Partei geworden.
Selbst in kurdischen Regionen ist es ihr meist gelungen die kurdische
Bürgerrechtsbewegung zu überflügeln.
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