Am 5. Mai fanden in einigen Teilen Großbritanniens Wahlen zu Stadträten und in Bezirken (Countys) sowie für die Regionalparlamente von Wales und Schottland statt. Die Ergebnisse führten zu einer völlig neuen Lage: Sowohl die Tories als auch die Labour Party erlitten schwere Niederlagen, während vor allem die Rechtspopulisten von Reform UK und die linken Grünen einen Durchbruch schafften.
In Schottland schnitt die nationalistische1) SNP gut ab; aber sie schaffte nicht die Mehrheit. Dies hatte sie erhofft, um sich für ein neuerliches Referendum für eine Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich einzusetzen. Labour erlitt schwere Verluste.
In Wales wurde Plaid Cymru (Nationalisten, die sich in den letzten Jahren nach links entwickelt haben) die stärkste Partei. Eluned Morgan, die Premierministerin von Labour, verlor sogar ihren Sitz im Parlament.
Offenbar verlor Labour 1.429 Ratssitze und Reform gewann 1.446 neu hinzu. Labour verlor den traditionellen Rückhalt in den industriellen Zentren, den sie dort seit dem Aufstieg der Partei hatte und ihrer Reformen, die das Leben der Mehrheit der Arbeiterklasse so verbesserten.
Bei den traditionellen Wählern von Labour ist Starmer sehr unbeliebt. Er begann mit Kürzungen, die die Ärmsten und die Behinderten trafen; aber wegen der Proteste, besonders von Labour-Abgeordneten, zog er sie wieder zurück. Aber er hat wenig getan, damit es den Leuten aus der Arbeiterklasse besser geht. Sogar bürgerliche Kommentatoren sagen, es sei unklar, was Starmers Plan ist oder wofür er steht. Von Tag zu Tag wird die Zahl derjenigen Abgeordneten von Labour größer, die fordern, dass er zurücktritt; aber er besteht darauf, dass er im Amt bleibt. Schon vor Monaten forderte Anas Sarwar, der Parteiführer von Labour in Schottland, er solle zurücktreten. Zur Zeit hat die Linke von Labour niemand, der in der Lage wäre, ihn zu ersetzen. Andy Burnham. der beliebte Bürgermeister von Greater Manchester, ist der Favorit, aber er hat gegenwärtig keinen Sitz im Parlament 2. Es wird gemunkelt, die Mitgliedschaft von Labour sei von mehr als 500.000 auf möglicherweise 200.000 gesunken.
Der Think-Tank „Labour Together“wurde unter anderem von Morgan McSweeney gegründet, der 2020 Starmers Stabschef wurde. Zuvor hatte er eine Schlüsselrolle dabei gespielt, Starmer zu fördern, nachdem er Jeremy Corbyn durch Wühlarbeit zu Fall gebracht hatte und die Rechtswende von Labour voranbrachte. Die Vorgeschichte von McSweeney in seinem Kampf gegen die Linken reicht bis in die 2000er Jahre zurück. Er ist ein Freund von Peter Mandelson und drängte darauf, dass dieser britischer Botschafter in den USA werden solle, was er im Dezember 2024 auch wurde. Mandelson wurde entlassen, als bekannt wurde, dass er ein enger Freund des Pädophilen Jeffrey Epstein war, sogar noch, nachdem dieser im Gefängnis war. Ganz offensichtlich wusste Starmer davon. Im Februar 2026 wurde bekannt, dass Mandelson Epstein „sensible Marktinformationen“ hatte zukommen lassen. Es stellte sich ebenfalls heraus, dass Mandelson und McSweeney Starmers Kabinett ausgesucht hatten. McSweeney trat wegen Mandelsons Abgang zurück, weil er sich dafür eingesetzt hatte, dass jener den Botschafterposten erhielt.
Labour Together arbeiteten daran, Corbyn mit falschen Antisemitismus-Vorwürfen abzusägen, wegen seiner langjährigen Unterstützung der palästinensischen Sache. In Wirklichkeit hatte er sein Leben lang Rassismus bekämpft. Jetzt sind sie dazu übergegangen, die Grünen, deren Parteichef Zack Polansky selber Jude ist, des Antisemitismus zu bezichtigen. Eine Schlüsselfigur von Labour Together, die jetzt die Idee verbreiten, die Grünen seien Antisemiten, ist Steve Reed, ein Kabinettsminister in Starmers Regierung. Starmer ist ein großer Unterstützer von Israel und seiner Aktivitäten in der Region. Es werden Waffen an das Land verkauft, ohne Rücksicht auf die öffentliche Kritik. Es wird sogar davon gesprochen, pro-palästinensische Demonstrationen zu verbieten.3)
In letzter Zeit hat es einige antisemitische Angriffe auf jüdisches Eigentum und auf jüdische Menschen gegeben. Diese sind rechten Ursprungs, sie kommen nicht von der Linken. Einige kamen auch von Anhängern des Iran.
Gegenwärtig ist der einzige, der Starmer die Führerschaft der Partei streitig macht, der rechte Gesundheitsminister Wes Streeting. Er wäre keine bessere Lösung.
m.j. (14/5/26)
1 „Nationalisten“ im englischen Sprachgebrauch meint eher „los von England“ (also in Wales, Schottland, Nordirland)gland“ (also in Wales, Schottland, Nordirland)
2 Inzwischen gewann Burnham bei der Nachwahl im Wahlkreis Makerfield einen Sitz im britischen Unterhaus. Damit kann er für den Parteivorsitz kandidieren. Der Vorsitzende der Regierungspartei wird dann auch Premierminister
3 inzwischen ist ja „Palestine Action“ zur terroristischen Vereinigung erklärt worden; deren Demonstrationen, aber auch jene, die sich gegen diese Kriminalisierung wenden, werden mit Gewalt von der Polizei aufgelöst. 3.070 Personen wurden bislang verhaftet.